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CRM im B2B-Vertrieb: Phasen, Beteiligte und nächste Schritte

SYNQ Wissen · Stand: 24. September 2026

Ein CRM unterstützt den B2B-Vertrieb, wenn es Unternehmen, beteiligte Personen und konkrete Verkaufschancen miteinander verbindet. Für jede offene Chance sollten der tatsächliche Stand, die nächste vereinbarte Aktion und eine zuständige Person erkennbar sein. Der folgende Leitfaden zeigt einen möglichen Aufbau und enthält ein ausfüllbares Prozess-Canvas für Ihre eigenen Abläufe.

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Wann Listen und Kontaktakten nicht mehr ausreichen

Eine gemeinsame Tabelle kann für einen überschaubaren Vertrieb genügen. Prüfen Sie den Wechsel zu einem strukturierten CRM-Prozess, wenn dieselben Lücken wiederholt auftreten: Gesprächswissen liegt nur in einem Postfach, eine Vertretung kennt Zusagen nicht oder mehrere Personen sprechen denselben Kunden ohne Abstimmung an.

Die Anzahl Ihrer Mitarbeitenden allein beantwortet die Frage nicht. Ein kleines Team mit langen, beratungsintensiven Vertriebsprozessen kann komplexere Anforderungen haben als ein größeres Team mit klaren, kurzen Bestellabläufen. Entscheidend ist, welche Informationen für eine gemeinsame Entscheidung verfügbar sein müssen.

Beschreiben Sie vor der Softwareauswahl einen verlorenen, einen gewonnenen und einen noch offenen Vorgang. Wo fehlte eine Information? Welche Wiedervorlage war hilfreich? Was musste bei einer Übergabe erneut erfragt werden? Verwenden Sie diese Fälle als Ausgangspunkt, statt zunächst möglichst viele CRM-Funktionen zu sammeln.

Die grundlegenden Bausteine einer individuellen CRM-Lösung reichen von der Kundenakte bis zur Übergabe. Hier geht es darum, die Regeln für einen konkreten B2B-Vertriebsprozess festzulegen.

Eine Verkaufsphase braucht klare Kriterien.

Im Beispiel wird eine Verkaufschance erst weitergeführt, wenn die Entscheidung und der nächste Schritt geklärt sind.

SB2B-VertriebsprozessBeispiel
Beispielprojekt · Systemwechsel

Anforderung aufgenommen

Phase
Bedarf klären
Fachlicher Kontakt
Lea Muster
Entscheidung
Noch unbekannt
Nächster Schritt
Entscheidungsweg erfragen

Der fachliche Kontakt hat ein Problem beschrieben. Wer über die Investition entscheidet, ist noch offen.

Entscheidungsweg ergänzt

Phase
Lösung prüfen
Fachlicher Kontakt
Lea Muster
Entscheidung
Geschäftsführung beteiligt
Nächster Schritt
Gemeinsamen Termin planen

Das Buying Center wird als Rollenbeziehung erfasst, nicht als einzige Kontaktperson.

Gemeinsame Prüfung vereinbart

Phase
Lösung prüfen
Fachlicher Kontakt
Lea Muster
Entscheidung
Kriterien abgestimmt
Nächster Schritt
Demoszenario durchgehen

Eine vereinbarte Prüfung ist belastbarer als ein optimistischer Status ohne nächste Handlung.

Nächste Phase begründet

Phase
Angebot abstimmen
Fachlicher Kontakt
Lea Muster
Entscheidung
Prüfung dokumentiert
Nächster Schritt
Angebotsumfang bestätigen

Die Phase ändert sich aufgrund eines festgehaltenen Ergebnisses. Das Beispiel trifft keine Abschlussprognose.

Illustrativer Interface-Entwurf mit Beispieldaten. Keine Verbindung zu einem echten System.
B2B-VertriebsprozessBeispiel
  1. Der fachliche Kontakt hat ein Problem beschrieben. Wer über die Investition entscheidet, ist noch offen.

  2. Das Buying Center wird als Rollenbeziehung erfasst, nicht als einzige Kontaktperson.

  3. Eine vereinbarte Prüfung ist belastbarer als ein optimistischer Status ohne nächste Handlung.

  4. Die Phase ändert sich aufgrund eines festgehaltenen Ergebnisses. Das Beispiel trifft keine Abschlussprognose.

Illustrativer Interface-Entwurf mit Beispieldaten. Keine Verbindung zu einem echten System.

Unternehmen, Kontakte und Verkaufschancen trennen

Ein Unternehmen ist Ihr Geschäftspartner. Ein Kontakt ist eine Person, mit der Sie zu tun haben. Eine Verkaufschance, häufig Opportunity genannt, beschreibt ein bestimmtes mögliches Geschäft. Bei einem Unternehmen können mehrere Chancen parallel bestehen, an denen unterschiedliche Personen beteiligt sind.

Das Buying Center bezeichnet die an einer Kaufentscheidung beteiligten Rollen. Dazu können Fachverantwortliche, Einkauf, IT und wirtschaftlich entscheidende Personen gehören. Nicht jede Organisation verwendet dieselben Rollen, und eine Person kann mehrere davon übernehmen. Halten Sie fest, ob eine Rolle bestätigt, vermutet oder noch unbekannt ist.

Verknüpfen Sie Personen mit dem jeweiligen Vorhaben. Eine technische Ansprechpartnerin kann bei einem Projekt die fachliche Prüfung führen, bei einem anderen nur informiert werden. Ein dauerhaftes Etikett „Entscheiderin“ an der Kontaktakte beschreibt diesen Unterschied nicht ausreichend.

Die getrennte Verwaltung von Firmen, Personen und Beziehungen ist auch in Produktdokumentationen sichtbar. Salesforce beschreibt beispielsweise Kontakte mit Beziehungen zu mehreren Unternehmen sowie gesonderte interne Account-Teams. Das ist ein konkretes Datenmodell, keine Vorgabe für jedes CRM. Salesforce Trailhead: Account- und Kontaktbeziehungen.

EbeneIllustrativer EintragZu klärende Frage
UnternehmenBeispielbetrieb NordWelche Einheit beauftragt?
VerkaufschanceServiceablauf vereinheitlichenWelcher Umfang wird entschieden?
Fachlicher KontaktLeitung ServiceWelche Anforderungen sind bestätigt?
Wirtschaftliche FreigabeNoch unbekanntWer entscheidet über das Budget?
Illustratives Beziehungsmodell mit fiktivem Unternehmen. Ein bekannter Fachkontakt bedeutet nicht automatisch, dass der Entscheidungsweg geklärt ist.

Vertriebsphasen mit prüfbaren Übergängen definieren

Phasen sollten erklären, was über ein Geschäft bereits bekannt ist. „Angebot“ kann bedeuten, dass intern ein Entwurf existiert, dass der Kunde ihn erhalten hat oder dass er bereits besprochen wurde. Ohne gemeinsame Definition sehen gleich benannte Vorgänge in einer Pipeline ähnlicher aus, als sie tatsächlich sind.

Formulieren Sie pro Phase ein Eintrittskriterium und einen Nachweis für den nächsten Übergang. Für einen beratungsintensiven Dienstleistungsvertrieb könnte ein Modell so aussehen: Anliegen verstanden, Umfang abgestimmt, Entscheidung vorbereitet, gewonnen oder beendet. Diese Bezeichnungen sind ein Ausgangspunkt und müssen zu Ihrem tatsächlichen Verkaufsablauf passen.

Legen Sie nicht alle Informationen schon beim ersten Kontakt als Pflicht fest. Die Anforderungen sollten mit dem Erkenntnisstand wachsen. Eine wirtschaftlich verantwortliche Person kann anfangs unbekannt sein. Wenn Ihr Team sie für eine belastbare Entscheidungsvorbereitung benötigt, wird die fehlende Information spätestens vor diesem Phasenwechsel sichtbar.

Eine begründete Ausnahme sollte ebenfalls dokumentierbar sein. Ein bestehender Rahmenvertrag kann beispielsweise einen anderen Entscheidungsweg vorsehen. Die Regel soll die Zusammenarbeit erklären und unterstützen; sie soll Mitarbeitende nicht dazu bringen, beliebige Werte einzutragen, nur um weiterzukommen.

Eine nächste Aktion ist konkreter als „nachfassen“

Eine brauchbare Aufgabe nennt das gewünschte Ergebnis, die verantwortliche Person und einen Termin. „Nachfassen“ lässt offen, worüber gesprochen werden soll. „Mit dem Fachkontakt klären, wer die Budgetfreigabe übernimmt“ beantwortet eine konkrete offene Frage.

Halten Sie bei einer Vereinbarung fest, ob der Kunde sie bestätigt hat oder ob es sich um einen internen Plan handelt. Eine intern angelegte Wiedervorlage ist noch kein zugesagter Kundentermin. Auch diese Unterscheidung hilft einer Vertretung, den Stand richtig einzuordnen.

Für jede offene Chance sollte sichtbar sein, warum sie weiterverfolgt wird. Wenn kein nächster Schritt sinnvoll ist, kann ein dokumentiertes Pausieren oder Beenden die richtige Entscheidung sein. Ergänzen Sie einen nachvollziehbaren Grund und gegebenenfalls eine Bedingung für die spätere Wiederaufnahme.

Ein Beispiel: Der Fachbedarf ist klar, die Freigabe noch offen

Im folgenden fiktiven Fall möchte ein B2B-Dienstleister einen Serviceprozess für einen Kunden übernehmen. Die fachlichen Anforderungen sind besprochen, ein Angebotsentwurf liegt vor. Unklar bleibt, wer den Umfang wirtschaftlich freigeben kann. Das Team hat für diesen Fall vereinbart, die Chance erst nach Klärung dieser Rolle in „Entscheidung vorbereitet“ zu setzen.

  1. Anliegen verstanden: Der Serviceleiter bestätigt Problem und Ziel.
  2. Umfang abgestimmt: Leistungen und offene Punkte sind im Angebotsentwurf dokumentiert.
  3. Übergang wartet: Die wirtschaftliche Freigabe ist ungeklärt. Die zuständige Vertriebsperson vereinbart die Klärung mit dem Fachkontakt.
  4. Entscheidung vorbereitet: Die zuständige Rolle und der weitere Prüfweg sind bestätigt; die nächste Aktion wird dokumentiert.
Illustrativer Vertriebsablauf. Eine neue Phase folgt einer bestätigten Information, nicht allein dem Versand eines Angebots. Ein Abschluss wird damit nicht vorhergesagt.

Das CRM muss dafür die fehlende Information, die Zuständigkeit und die vereinbarte Aktion gemeinsam zeigen können. Ob dies über ein Pflichtfeld, eine Warnung oder eine Aufgabenregel geschieht, wird bei der Gestaltung entschieden. Testen Sie auch die Ausnahme: Wie wird eine abweichende Entscheidung begründet, und bleibt diese Begründung für das Team sichtbar?

Nach einem gewonnenen Geschäft benötigen Projektleitung oder Sachbearbeitung den vereinbarten Umfang, die gültige Angebotsversion und verbleibende Zusagen. Soll daraus automatisch ein ERP-Vorgang entstehen, muss die Datenübergabe zwischen CRM und ERP diese Informationen und ihre Zuordnung abdecken.

Was eine Pipeline-Auswertung tatsächlich aussagt

Definieren Sie Kennzahlen so, dass alle Beteiligten dieselben Vorgänge zählen. Bei einer Abschlussquote ist beispielsweise zu klären, ob nur abgeschlossene Chancen im Zeitraum betrachtet werden und wie pausierte Vorgänge behandelt werden. Bei der Phasendauer braucht es Regeln für Rücksprünge und Wiederaufnahmen.

Ein hoher Angebotswert in der Pipeline ist noch kein gesicherter Umsatz. Hinterlegen Sie Wahrscheinlichkeit oder erwarteten Abschluss nur mit einer nachvollziehbaren Grundlage. Eine Prozentzahl, die lediglich aus der Reihenfolge der Phasen entsteht, sollte nicht als empirisch belegte Prognose erscheinen.

Für den ersten Prozesscheck reichen oft konkrete Arbeitsfragen: Welche offenen Chancen haben keine nächste Aktion? Wo ist eine wichtige Rolle unbekannt? Welche Vorgänge wurden lange nicht fachlich geprüft? Beobachten Sie nach einer Änderung, ob genau diese Lücken zurückgehen. Eine allgemeine Umsatzsteigerung lässt sich daraus ohne weitere Untersuchung nicht ableiten.

Prozess-Canvas ausfüllen und Anforderungen ableiten

Das Canvas führt vom Zielkunden über die Beteiligten und Phasen bis zur nächsten Aktion und Übergabe. Füllen Sie es gemeinsam mit den Personen aus, die Anfragen bearbeiten, Angebote erstellen und gewonnene Aufträge übernehmen. Beginnen Sie mit einem typischen Vorgang; ergänzen Sie anschließend eine Ausnahme.

Prozess-Canvas als CSV herunterladen · Arbeitsblatt als Markdown herunterladen

Die Vorlage enthält Prüffragen und leere Arbeitsfelder. Formulieren Sie daraus konkrete Tests: „Eine Vertretung erkennt an der Chance, welche Zusage noch offen ist, wer sie klärt und welche Angebotsversion gilt.“ Solche Aussagen lassen sich in einer Produktdemo oder einem Prototyp überprüfen. Ein CRM-Anforderungskatalog hilft, sie mit Prioritäten und Abnahmekriterien zu verbinden.

Bei der Auswahl kann ein konfigurierbares Standard-CRM bereits ausreichen. Prüfen Sie eine individuelle Erweiterung oder Entwicklung erst dort, wo wichtige Beziehungen, Übergaben oder Regeln sonst nicht sinnvoll abgebildet werden. Für die Abstimmung mit SYNQ liefert Ihr ausgefülltes Canvas den konkreten Ausgangspunkt.

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Ihr Ablauf ist der Ausgangspunkt.

Bringen Sie einen konkreten Vorgang und Ihre offenen Fragen mit. Daraus lässt sich der nächste sinnvolle Umfang ableiten.

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